Weinbau in Umbrien

Die Weinregion Umbriens hat eine Rebfläche von 16.503 Hektar und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück. 3000 Jahre alte archäologische Funde von Weinkellern bezeugen, dass schon zur Zeit der Etrusker und Umber auf beiden Seites des Tiber Wein angebaut wurde. Das Gebiet ist aufgrund der klimatischen als auch bodenmäßigen Verhältnissen dem Gebiet der angrenzenden Toskana sehr ähnlich und viele Weingärten weisen kalkreichen Lehm- und Sandboden auf.

Berühmt ist Umbrien vor allem für die ausgezeichneten Weine von Montefalco, die sich mit der Anerkennung der „Denominazione d’origine controllata e garantita“ (Garantierte kontrollierte Herkunftsbezeichnung) rühmen, welche nur sehr wenige italienische Weingebiete aufweisen können. Die Rebsorte, die verwendet wird, Itriola, hat eine lange Tradition und zeichnet sich vor allem durch ihren süßen Geschmack aus. Ordnungsvorschriften besagen, dass die Weine mindestens 30 Monate gelagert werden müssen, davon 12 Monate in Holzfässern, bevor sie verkauft werden dürfen. Die Weine lassen sich besonders gut trinken, und müssen mindestens 13 Vol.-% Alkohol in der trockenen Version und 14 Vol.-% in der Likörversion haben. Die Sagrantino Trauben hingegen sind etwas lederartiger und können monatelang verdörren, ohne zu verfaulen, wodurch sich die Zuckerkomponente optimal verdichtet.

Neben den berühmten Weinen von Montefalco, ist Umbrien vor allem für den „Colli Altotiberini“ bekannt, ein Rotwein, der aus den Rebsorten „Sangiovese“, „Merlot“ und der Toskanischen Trebbiano hergestellt wird. Der „Sangiovese Colli Martani“, welcher aus dem gleichen Gebiet stammt, muss zu 85% aus der Rebsorte „Sangiovese bestehen. Charakteristisch ist der leicht bittere, fruchtige und zart grasige Geschmack. Der Wein muss mindestens ein Jahr lagern, für die Auslese sind zwei Jahre erforderlich.

Kunst und Kultur

Umbrien gehört mit Abstand zu den kulturreichsten Gebieten Italiens. Viele Städte, wie Assisi, Perugia und Montafalco sind Zeugen der Vergangenheit und glänzen durch die architektonischen Meisterwerke. Es ist das Land von Heiligen und Abenteurern, ein riesiges Freilichtmuseum, in dem Besucher Zeugnisse aus der romanischen, gotischen und mittelalterlichen Zeit bestaunen können, die überall verstreut sind. So gehört die Stadtmauer Perugias zu den wohl großartigsten Sehenswürdigkeiten Umbriens. Insgesamt besitzt Perugia zwei Mauernringe: die etruskische Stadtmauer, die im 3. Und 4. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde, und eine zweite Stadtmauer aus dem Mittelalter. Insgesamt erstreckte sie sich über 6km.

Viele archäologische Funde sind Zeugnisse der Kultur der Etrusker, Umbrer und der anderen vorromanischen Völker, aber auch der Römer. Die bedeutendsten Funde kann man in den drei Nationalmuseen bestaunen, aber auch viele archäologische Stätte laden Besucher ein, in die Geschichte Umbriens einzutauchen und dessen Kultur zu entdecken. Vor allem bei der Kulinarik, welche ihre etruskischen Wurzeln bis heute bewahrt hat, spiegelt sich der Einfluss jenes Volkes wieder.

Umbrien ist vor allem als Region bekannt, die großen Wert auf Tradition legt. Die Erhaltung des historischen, künstlerischen und archäologischen Bestandes spielte schon immer eine wichtige Rolle, auch in der Politik. Wer die Kultur Umbriens hautnah miterleben will, sollte an einen der vielen Sommerfeste teilnehmen. Über dem Tescio werden große Feste abgehalten, bei denen sowohl Touristen als auch Einheimische unter dem Nachthimmel Umbriens die einzigartige live-Musik und die ausgezeichnete Umbrische Küche genießen können.

Die Umbrische Küche

Die umbrische Küche zeichnet sich vor allem durch die traditionelle und kreative Zubereitung aus, zudem werden nur unverfälschte Speisen verwendet. Bäuerlich nüchtern, sehr einfach und schlicht, aber dabei sehr abwechslungsreich sind charakteristisch.

Zudem wird besonders viel Wert auf frische, regionale und saisonale Zutaten gelegt, der Eigengeschmack der Zutaten wird gerne in den Vordergrund gestellt. Vor allem die Einflüsse der Etrusker und der Römer, die einst das Land beherrschten, sind heute noch sichtbar. So wird vor allem von Hülsenfrüchten und Getreide häufig Gebrauch gemacht und Weizen stellt die Grundzutat vieler Speisen dar. Besonders bekannt und beliebt sind die erstklassigen Weinsorten, das ausgezeichnete Olivenöl und der schwarze und weiße Trüffel aus Umbrien. Aber auch Süßspeisen aus Perugia, wie das „Bacio Perugina“ werden von Feinschmeckern aus aller Welt gerne genossen.

Durch den fruchtbaren Boden, den man entlang des Tibers und an den Seen Umbriens finden kann, eröffnete sich für die Einheimischen die Möglichkeit wilden Spargel, Linsen, Blattsalate, Artischocken, Kardonen, Spinat, Mangold und Obst und Getreide anzubauen. Eine weitere Spezialität aus Umbrien sind die besonders schmackhaften Käsesorten, wie der „Caciotta“, ein Schafskäse, oder der „Pecorino“, welche weit verbreitet sind und mit denen sich auch Einheimische immer wieder gerne den Gaumen verwöhnen lassen.

Im Gegensatz zu den anderen Gebieten Italiens spielt hier in Umbrien das Schweinefleisch eine wichtige Rolle. Wer eine besondere Spezialität des Landes genießen will, sollte ein „Porchetta“ probieren, ein am Spieß gebratenes Jungschwein, gewürzt mit Kräutern und Knoblauch, das in Scheiben geschnitten und mit einem Brötchen als Imbiss verkauft wird. Neben dem Schwein sind auch Rind, Lamm und Zicklein, Wild und Wildgeflügel beliebte Zutaten.